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Mein Schreiben an die Zeitung "Auto Straßenverkehr "

Betr.: Falsche Angaben im Test Fiat 500 c/e
Sehr geehrte Redaktion, Leider geben Sie besseren Wissens völlig falsche Angaben zu den Kosten im Verbrauch des Fiat 500c/e an.
21,4 KW kosten keine 6,20 Euro. Selbst an der heimischen Wallbox liegen die Kosten bei 7,42 Euro (0,35ct/KW/h).
Tatsächlich aber kostet die KW/h an den öffentlichen Ladesäulen bei Vertrag mit monatlichen Kosten von 9,90 Euro mindestens 55ct, somit kosten 100 km mit dem Fiat 500 c/e mindestens 11,77 Euro.
Ohne Vertrag kostet die KW/h 83 ct bis 1,05 Euro also echte 17,62 bis 22,47 Euro und der Wagen ist somit wesentlich teurer als jeder Verbrenner.
Was Sie da machen, ist die gleiche Verbrauchertäuschung wie sie die Bundesregierung macht.
Das hat nichts mit sauberem Journalismus zu tun.


Hochachtungsvoll
Ralf Küppers
Diplom Biologe
Journalist DFJV/DVPJ
Pechsteinstrasse 19c
12309 Berlin


Auf meine klaren Vorwürfe an die Redaktion der Zeitschrift Auto und Straßenverkehr, die Verbraucher über die tatsächlichen Kosten des Verbrauchs eines Fiat 500 C Elektro wissentlich zu täuschen, kam die folgende Antwort.

Bei 21,7 KW je 100 km sollen angeblich nur 6,20 Euro anfallen, was bei den echten Kosten an öffentlichen Ladesäulen - bei Preisen von bis zu 1,08 Euro je KW - völliger Unfug ist.


Sehr geehrter Herr Küppers,

wir haben mit den 30 ct/kWh gerechnet, die wir als Grundlage für alle Kostenberechnungen bei E-Autos angeben. Es ist zudem auch der Tarif, mit dem der Kollege Renz sein eigenes E-Auto an zuhause auflädt. Dass öffentliche Ladesäulen deutlich teurer sind, ist ja nun vielfach von uns erklärt und kritisiert worden. Die normalen Haushaltstarife kontrollieren wir regelmäßig auf ihre Aktualität. Bei der EnBW liegt der günstigste Tarif aktuell bei 29,3 ct/kWh, der günstige Ökostrom-Tarif bei 30,3 ct/kWh. Insofern können wir Ihre Vorwürfe nicht nachvollziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Holzwarth


Meine Antwort dazu:

Sehr geehrter Herr Holzwarth,

Sie geben in Ihrem Bericht die zugrundeliegenden Daten aber nicht an.

Der Verbraucher, der diesen Testbericht liest, weiß nicht, von welchem Tarif Sie ausgehen und das Sie - was völlig unrealistisch ist - nie außerhalb der heimischen Wallbox laden. 

Damit täuschen Sie absichtlich eine Günstigkeit vor, die es nicht gibt und die auch im täglichen Gebrauch lebensfremd ist. Es geht Ihnen klar darum, dem Leser vorzugaukeln, daß der Fiat 500 ce günstiger fährt, als das vergleichbare Verbrennermodell. Und das ist nicht der Fall. 

Wer den Fiat 500c e normal täglich nutzt, ist auf die öffentlichen Ladesäulen angewiesen und das bedeutet für den Leser eine böse Überraschung. Bei 21 KW Verbrauch, was im Übrigen bei diesem kleinen Fahrzeug deutlich zu viel ist, kosten 100 km an öffentlichen Ladesäulen über 22 Euro. Und diese klare Darstellung erwarte ich von einem Journalisten, der sein Handwerk gelernt hat.

Das ist weit weg von einer ehrlichen und sauberen journalistischen Berichterstattung. Und reiht sich ein, in die vielen Hype-Berichte über Elektrofahrzeuge, die nichts mit der Realität zu tun haben.

Mfg 
Ralf Küppers 
Journalist (DFJV/ DVPJ)
Pechsteinstrasse 19c 
12309 Berlin